GEGEN ZOOLÄDEN! - Warum man keine Tiere in Zoogeschäften kaufen sollte!

 

 

 

 

Zoohandlungen beziehen ihre Tiere grundsätzlich von Vermehrern, Leuten, die ungewollten Nachwuchs hatten oder "produzieren" im Hinterzimmer selber Nachwuchs. Bei allem jedoch zählt aber nur die Menge der verkauften Tiere - sonst nichts. Weder die Gesundheit oder das Alter der Elterntiere spielen eine Rolle, noch befasst man sich mit Genetik (z.B. Lethal White Gene) und anderen Problematiken, die bei der Verpaarung auftreten können.

 

 

Die Jungtiere werden viel zu früh von den Müttern getrennt, oftmals nicht rechtzeitig nach Geschlechtern aufgeteilt und somit von den eigenen Geschwistern gedeckt. Das führt nicht nur zu Schwangerschaften bei Tieren, die selbst eigentlich noch Babys sind und zu Totgeburten, Verkrüppelungen oder Anderem, das führt vorallem dazu dass diese Tiere kaum sozialisiert sind. Spätere Vergesellschaftungen werden teilweise fast unmöglich - obwohl es sich um Tierarten handelt, die naturgemäß in Gruppen leben!

 

 

FALLBEISPIEL 1:  Meerschweinchen Pamina

 

Zusammen mit Bruder Tamino wurde sie im November 2012 - eigentlich aufgrund eines Zufalls - gerettet. Eine Bekannte suchte in einem Zoogeschäft nach geeignetem Vogelfutter und wurde stutzig als sie in einer kleinen Vitrine zwei winzige Meerschweinchen sah, die beide sehr abgemagert, geschwächt und eindeutig krank wirkten. Nach langen Diskussionen mit dem Ladenbesitzer konnte sie die beiden dann am nächsten Tag mitnehmen und rettete ihnen damit das Leben! Zu diesem Zeitpunkt waren die beiden Meerschweinchen angeblich 10 Wochen alt und "kerngesund".

 

Pamina brachte gerade mal 170g auf die Waage, hatte wässrigen Durchfall und Fieber, sowie einen entzündeten nicht behandelten Beinbruch und konnte die ersten Tage kaum aufrecht sitzen geschweigedenn selbstständig Nahrung und Flüssigkeit aufnehmen. Tamino war mit 200g nur unwesentlich schwerer, hatte stark tränende Augen, einen Penisvorfall und war ebenfalls kaum in der Lage eigenständig zu fressen oder zu trinken.

Pamina am Tag ihrer Ankunft bei uns, völlig geschwächt und abgemagert
Tamino am Tag seiner Ankunft, ebenso geschwächt wie seine Schwester

 

Auf Röntgenbildern konnte man dann ersehen, dass bei beiden Tieren die Knochenstruktur kaum ausgebildet war - was auch den Beinbruch und die Heilungsschwierigkeiten bei Pamina erklärte und eindeutig dafür sprach, dass sie viel zu früh von der Mutter getrennt worden waren und ihnen wichtige Nährstoffe fehlten! Ebenso war das geringe Gewicht ein deutliches Indiz dafür, dass die beiden Meerschweinchen ganz sicher nicht 10 Wochen alt waren und schon gar nicht kerngesund (zum Vergleich: in der Regel liegen Meerschweinchenbabys in einem Alter von 2-3 Wochen bei einem Gewicht von 250-300g!)!

 

Aber dank wochenlangem Päppeln rund um die Uhr, vielen Tierarztbesuchen und einer möglichst schnell erfolgten Vergesellschaftung in eine stabile Großgruppe, haben es die beiden kleinen Meerschweinchen geschafft!

 

Tamino lebt inzwischen mit weiblicher Gesellschaft bei einer sorgenschweinchenerfahrenen Besitzerin und genießt sein Leben in vollen Zügen. Pamina ist bei uns geblieben und fällt aufgrund ihres "Watschelganges" auch in der großen Gruppe sofort auf. Sie hat schon jetzt im Alter von nicht mal vier Jahren Probleme mit Arthrose, aber sie ist eine Kämpfernatur und lässt sich davon nicht unterkriegen!

 

Zum Glück ein HAPPY END an dieser Stelle!

 

Pamina (links) gesund und munter zusammen mit einer ihrer Freundinnen in unserer Großgruppe
Tamino (links) groß und kräftig zusammen mit seiner Partnerin im neuen Zuhause

FALLBEISPIEL 2: Kaninchen Flicka

 

Gemeinsam mit Schwester Bella wurde sie im Dezember 2012 an eine junge Frau mit Kind vermittelt. Und schnell begannen die Probleme mit beiden Kaninchen. Immungeschwächt durch die viel zu frühe Trennung von der Mutter und die stressgeladene Haltung in der Zoohandlung hatten beide Tiere zunächst eine starke Erkältung, die sich dann zur Lungenentzündung entwickelte. Nur dank wochenlanger Behandlung beim Tierarzt erholte sich zumindest Bella wieder vollständig. Bei Flicka blieb ein chronischer Schnupfen zurück, der sie weiterhin quälte.

 

Bella nach überstandener Erkrankung, kurz vor ihrer Vermittlung
Flicka wieder einigermaßen hergestellt und mit nachgewachsenem Fell - die geröteten Augen und verklebten Stellen im Gesicht sind aber deutliche Spuren des langen Kampfes

 

Flickas Behandlung überforderte, die neue Besitzerin schließlich so sehr, dass dies neben einer aufkommenden Tierhaarallergie, der Grund war, weshalb die beiden Kaninchen bei uns abgegeben wurden. Bella konnte sehr schnell in ein neues Zuhause vermittelt werden, Flicka blieb aufgrund des Behandlungsaufwandes mit ungewissem Ausgang bei uns.

 

Ihr Gesicht war fast komplett kahl durch die Schleim- und Eiterverkrustungen um die Nase und die Augen, sie bekam kaum Luft und atmete viel mit offenem Mäulchen und immer wieder bekam sie Durchfall von den vielen Medikamenten.

 

Ein Zustand, der zumindest in diesem Ausmaß eindeutig hätte vermieden werden können, wenn die Tiere bis zur 12. Woche bei ihrer Mutter hätten bleiben dürfen und nicht in unbekannter, stressiger Umgebung zuammen gepfercht mit vielen anderen Kaninchen ihr kleines Leben hätten beginnen müssen!

 

Aber dank intensiver, wochenlanger Behandlung mit Antibiotika und anderen Medikamenten, 2-3 Mal täglichem Inhalieren und einer möglichst staubfreien und temperaturkonstanten Haltung, ist Flicka inzwischen ein fast normales Kaninchen. Der chronische Schnupfen wird bleiben, aber sie hat die letzten beiden Jahre sogar den Winter ohne größeren Schub überstanden und zeigt kaum noch Beschwerden!

 

Zum Glück ein HAPPY END an dieser Stelle!

 

Flicka (links) mit Freundin Bibbi (rechts hinten) - für ein chronischen Schnupfer sehr fit und seit fast zwei Jahren nahezu beschwerdefrei

BITTE nehmen Sie sich diese Beispiele zu Herzen, die nur ein kleiner Einblick sind in das unvorstellbare Leid, das sich hinter den meisten Zooladentüren verbirgt! Diese Fälle hatten ein Happy End, viele andere Fälle haben es nicht und keiner hört die Geschichten der unzähligen Tiere, die unter widrigen Umständen geboren werden, durch falsche Aufzucht und andere Faktoren schon im jungen Alter gesundheitliche Probleme haben, billig verkauft werden und dann vergessen und ungeliebt in einer Kinderzimmerecke enden!

 

Es gibt so viele Tiere in Notstationen und Tierheimen, dass es absolut nicht nötig ist die kommerzielle Vermehrung und Ausbeutung von Tieren zu unterstützen!

 

Tiere sind keine Ware!

Sie sind Lebewesen mit Gefühlen, Bedürfnisen und Rechten!

 

 

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Omnis Vita Pretiosum